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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
Haus Heidhorn
Westfalenstr. 490
48165 Münster

Tel. 02501 - 9719433
Fax: 02501 - 9719438
E-Mail: info@NABU-Station.de

Bankverbindung:
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BLZ 400 501 50
Konto-Nr. 26 00 52 15

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Wo gibt es noch Hirschkäfer?

NABU-Naturschutzstation bittet um Mitteilung von Hinweisen auf Vorkommen.

Hirschkäfer an durch Blitzschlag teilweise abgestorbener Eiche.

Mit bis zu 80 mm Länge ist er unsere größte heimische Käferart: Der Hirschkäfer. Obwohl noch bis in die 1930er Jahre weit verbreitet, ist er im Münsterland heute fast so selten wie der wegen seiner geweihförmigen Oberkiefer namengebende Rothirsch. Bundesweit gilt er als stark gefährdet. Der NABU möchte den Beständen des unter besonderem europäischen Schutz stehenden Käfers nun durch spezielle Schutzmaßnahmen unter die Arme greifen.

Eines der wenigen bekannten Vorkommen gibt es im Kreis Warendorf noch in den Wäldern bei Oelde-Stromberg. Doch gibt es Hinweise, dass es in den benachbarten Waldgebieten und möglicherweise auch noch in anderen Bereichen des Kreises Vorkommen des Hirschkäfers geben könnte. Daher sammelt die NABU-Naturschutzstation Münsterland alle Beobachtungen und Hinweise auf Vorkommen des Hirschkäfer, um gezielt Maßnahmen zur Förderung der Bestände ergreifen zu können.

Hintergrund der geplanten Artenschutzmaßnahmen ist ein starker Rückgang der an starkes Totholz gebundenen Käfer. Wie konnte es aber dazu kommen, dass eine Art, die früher einmal zu den häufigsten in unseren Wäldern zählte, heute mehr oder weniger am Rande der Ausrottung steht?

Der Hirschkäfer benötigt für die 5-6 Jahre dauernde Entwicklung seiner Brut faules Eichenholz mit entsprechenden Pilzen, welches mindestens 30 bis 50 cm unter der Erde liegen muss. Selten werden auch andere Hölzer als Brutholz genutzt. Das Holz muss einen Mindestdurchmesser von etwa 30 cm aufweisen. Doch damit nicht genug: Die besiedelten Eichenwälder müssen mindestens 5 ha groß sein. Auch müssen sie 150 bis 250 Jahre alte Bäume aufweisen, da diese über die Saftmale verfügen, an denen ein für die Energieversorgung der erwachsenen Käfer lebenswichtiger Saft austritt. Optimale Lebensräume sind Eichenwälder, in denen alte Eichen vor der Nutzung verschont bleiben und auf natürlichem Wege vergehen können. Doch auch in bewirtschafteten Eichenwäldern kann der Hirschkäfer vorkommen. Eine lange Zeit unbekannte Ursache des Rückgangs der Hirschkäfer liegt aber in der geänderten Bewirtschaftung der Wälder: Da die Eichen im Herbst die Gerbsäure aus den Blättern in die Wurzel verlagern, sind die Wurzelstubben von im Winter gefällten Bäumen für die Käferbrut ungenießbar. Die Entwicklung von Weiß- und Rotfäule bildenden Pilzen wird durch die Gerbsäuren weitgehend unterbunden. Daher können diese nicht den für die Verdauunung durch die Käfer erforderlichen Umwandlungsprozess im Holz durchführen. Bei der früher verbreiteten Fällung im belaubten Zustand bestand dieses Problem dagegen nicht.

Da aus Vogel- und Fledermausschutzgründen eine Sommerfällung unerwünscht ist, bleibt als wichtigste Schutzmaßnahme die Erhöhung des Anteils von vor der Nutzung verschonter Altbäume, die dann auf natürlichem Wege altern und vergehen können. Doch lassen sich als gezielte Artenschutzmaßnahmen für den Hirschkäfer auch so genannte Hirschkäfermeiler anlegen. Diese möchte die NABU-Naturschutzstation nun mit Unterstützung der Waldeigentümer verstärkt anlegen, um damit die Grundlage für eine Wiederausbreitung des imposanten Käfers zu legen. Doch macht die Anlage der Meiler nur dann Sinn, wenn im Umkreis von 2 km noch Vorkommen vorhanden sind.

Meldungen der Hirschkäfer-Beobachtungen werden gesammelt unter der Telefon-Nr. 02501-9719433 und per e-mail unter info@nabu-station.de.


Bauanleitungen für den Bau von Hirschkäfer-Meilern (Methoden nach TOCHTERMANN):

1. Vorhandene Strukturen, also natürlich angefaulte Eichenstümpfe, nutzen und mit Anhäufungen von Eichenspänen bedecken. Die Anhäufung sollte etwa 40 cm hoch sein. In der Breite kann die Anhäufung bis zu 4m auslaufend sein.

2. Angefaulte Eichenstammteile von mindestens 30 cm Durchmesser in einer wenigstens 30 cm tief angelegten Grube in Form einer Pyramide auslegen. Die Zwischenräume sollten mit Eichenspänen gefüllt, die "Pyramide" anschließend mit Erde abgedeckt werden. Es ist dabei darauf zu achten, dass die Erde wasserdurchlässig ist, damit keine Staunässe entsteht.

3. Faule Eichenstämme von wenigstens 30 cm Durchmesser (je dicker, desto besser) auslegen und zur Hälfte im Boden vergraben.

4. Rollen oder Scheiben angefaulten Eichenholzes als Bodenpflaster auslegen. Die Gesamtfläche sollte etwa 10m² betragen.







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