Bürgerwissenschaften für Bachpatenschaften
Wissenschaft trifft engagierten Umweltschutz: im gut gefüllten Vortragssaal der Stadtbücherei Münster versammelten sich auf Einladung der NABU-Naturschutzstation Münsterland am Dienstag, den 13. Januar, ca. 25 Interessierte, um sich allgemein über Bachpatenschaften in Münster und im Besonderen über mögliche Kooperationsprojekte mit der Universität Münster zu informieren.
Dr. Thomas Hövelmann begrüßte die Besuchenden und stellte einleitend kurz die Bachpatenschaften in Münster vor. Anschließend berichtete Apl. Prof. Dr. Bettina Zeis vom Institut für integrative Zellbiologie und Physiologie über den ökologischen Zustand urbaner Gewässer am Beispiel des Aasees und den Ursachen des dortigen Fischsterbens 2018. Am Beispiel der Gewässerstrukturgütekartierung brachte sie eine Möglichkeit ins Spiel, wie sich Bachpatenschaften ohne große Vorkenntnisse in die flächendeckende Bewertung von Fließgewässern für die EU-Wasserrahmenrichtlinie einbringen können.
Anschließend ging PD Dr. Patricia Göbel vom Institut für Geologie und Paläontologie der Bedeutung von Quellen und Grundwasser unserer Bäche auf den Grund. Dabei erfuhr das Publikum viel darüber, wo das Wasser der Fließgewässer in Münster eigentlich herkommt: nämlich eher aus einsickerndem Grundwasser, Drainagen, Einleitungen und abgeführtem Oberflächenwasser als aus den nur vier Quellen im Stadtgebiet – das erklärt die stark schwankenden Wasserstände und das zeitweise Trockenfallen vieler Bäche im Laufe des Jahres. Dr. Göbel stellte dabei die Schweizer App CrowdWater vor, mit der z.B. auch die Bachpatenschaften in Münster laufend Informationen über den Wasserstand ihrer Gewässer dokumentieren und melden können.
Dr. Friederike Gabel vom Institut für Landschaftsökologie beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit Mikroplastik in Münsteraner Gewässern: wo kommt es her, wo kommt es vor, was richtet es möglicherweise für Schäden an und was kann man dagegen tun. Auch hier haben Bachpatenschaften die Möglichkeit, die Wissenschaft bei der Entnahme und dem Aufbereiten von Proben zu unterstützen.
Allen Dozentinnen gelang es sehr gut, ihre Themen kurz, knackig und zielgruppenorientiert vorzustellen und den Bachpatenschaften ein neues und spannendes Betätigungsfeld zu bieten. Die damit gewonnenen Daten sind für die Wissenschaft als „Citizen Science“ bzw. „Bürgerwissenschaften“ von großer Bedeutung.
Abschließend gab es noch einen hochinteressanten Einblick in die Praxis: mehrere Bachpat*innen berichteten kurz aus ihrer Motivation zur Übernahme einer Bachpatenschaft in Münster und aus ihrer täglichen Erfahrung. Dabei lobten sie ausdrücklich die gute Betreuung durch die NABU-Naturschutzstation Münsterland und motivierten weitere Interessierte, ebenfalls eine Bachpatenschaft zu übernehmen.





