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Artenvielfalt und Kohlenstoffspeicherung im Wald

30. November 2023

„BiCO2“-Fachtagung: Wissenschaft, Naturschutz und Forstwirtschaft Hand in Hand

Vom 24. bis 26. November 2023 fand die Fachtagung „Wälder im Spannungsfeld von Bewirtschaftung, Biodiversität und Kohlenstoffspeicherung (BiCO2)“ in Münster statt. Das BiCO2-Forschungsprojekt ist eine Kooperation der NABU-Naturschutzstation Münsterland, des Instituts für Landschaftsökologie der Universität Münster und Wald und Holz NRW. Auf der Tagung stellten Fachleute rund 160 Teilnehmenden Forschungsergebnisse zum Wald als Kohlenstoffspeicher und zu seiner Rolle als Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Pilze vor. Bei der Exkursion in das Naturschutzgebiet „Wolbecker Tiergarten“ in Münster konnten die Ergebnisse zudem anschaulich gezeigt werden.

Dr. Britta Linnemann, Projektleiterin bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland: „Die Vielfalt der Arten, der Lebensräume und der Gene in unseren Wäldern ist ein zentraler Faktor für die Klimaanpassungsfähigkeit der Wälder. Um in Zukunft stabile Waldökosysteme zu etablieren, die veränderten Klimabedingungen gewachsen sind, müssen wir die Artenvielfalt fördern und gleichzeitig dem Artensterben und dem Klimawandel entgegenwirken.“

Klimawandel und Artensterben – in den beiden aktuellen zentralen Krisen spielen Wälder eine besondere Rolle, denn sie speichern Kohlenstoff im Holz und im Boden und bieten Lebensräume für zahlreiche Arten. Die beiden Krisen sind miteinander verwoben, bedingen und bestärken sich. Dem Forschungsprojekt lag die Frage zu Grunde, welchen Einfluss verschiedene Nutzungsformen der Wälder auf die Biodiversität und die Kohlenstoffspeicherung haben. Die Ergebnisse zeigen Möglichkeiten der forstlichen Praxis, um auf einer Fläche Holz zu nutzen und gleichzeitig die Bindung von Kohlenstoff sowie die Artenvielfalt zu fördern.

Michael Elmer, Projektleiter bei Wald und Holz NRW: „Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass im Rahmen einer nachhaltigen Nutzung der Wälder durch die Wahl standortgerechter und überwiegend standortheimischer Baumarten das Belassen von Biotopbäumen und eine bodenschonende Bewirtschaftung sowohl der Kohlenstoffspeicher als auch die Biodiversität im Wald gestärkt werden können.“

Dazu haben die Expertinnen und Experten Wälder an 200 Standorten am Niederrhein, im Münsterland, im Arnsberger Wald und in den Egge-Vorbergen bei Paderborn genau untersucht. Unter anderem haben sie die Waldstrukturen, verschiedene Organismengruppen, wie zum Beispiel Regenwürmer, Käfer und Vögel sowie Bodeneigenschaften dokumentiert und analysiert.

Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Hölzel, Projektleiter bei der Universität Münster: „Untersuchungsergebnisse zeigen, dass bis zu 61 Prozent des gespeicherten Kohlenstoffes in unseren Wäldern im Boden gespeichert ist. Gerade Laubwaldbestände mit alten, tiefwurzelnden Bäumen, wie etwa Eichen oder Buchen, speichern in tieferen Bodenschichten mehr Kohlenstoff als jüngere Laubbaumbestände und Nadelwälder.“

Das Forschungsprojekt ist durch den intensiven Austausch von Wissenschaft, Naturschutz und Forstpraxis geprägt und hat mit der Fachtagung nicht zuletzt einen konstruktiven Diskurs ermöglicht. Das Projekt ging über drei Jahre und wurde über den Waldklimafonds aus Bundesmitteln gefördert.

Untersuchter Buchenwald in den Egge-Vorbergen bei Paderborn

Untersuchter Buchenwald in den Egge-Vorbergen bei Paderborn (Foto: Max Fornfeist/Wald und Holz NRW)

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