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Zeitzeugen der Artenvielfalt

Erinnerungen an lebendige Landschaften im Kreis Warendorf

Kiebitz mit grünlich schimmerndem Gefieder und markanter Federhaube am Ufer einer flachen Wasserfläche.

Der Kiebitz im Kreis Warendorf erlebt einen dramatischen Artenrückgang. (Foto: Erwin Hangmann)

Neben der Klimakrise schreitet auch die Biodiversitätskrise immer weiter voran. Nach Schätzungen stirbt alle 10 Minuten eine Art für immer aus. Dem Aussterben einer Art geht jedoch zunächst ein massiver Schwund an Individuen voran. Diese weltweite Entwicklung kann auch im Kreis Warendorf und angrenzenden Regionen beobachtet werden. Viele ältere Menschen erinnern sich noch an „laute“ und blühende Landschaften, an die Geräuschkulisse von Vogelbalz und Laubfroschkonzerten im Frühjahr oder an Heuschreckengesängen in artenreichen Wiesen im Hochsommer. Das Prinzip der Shifting Baselines sorgt aber dafür, dass die Fülle an Artenvielfalt, die es einmal gab, gar nicht mehr vorstellbar ist, weil jüngere Menschen sie nie erlebt haben. Deshalb wird dieser Zustand als scheinbar „normal“ wahrgenommen, weil beispielsweise jüngere Generationen lautes Zirpen gar nicht vermissen können – sie haben es schlichtweg nie gekannt.

Hier setzt das Projekt „Zeitzeugen der Artenvielfalt“ an. Wir machen uns auf die Suche nach Menschen, die ihre Geschichten und Erinnerungen von einer artenreicheren Umgebung teilen möchten, führen Interviews mit ihnen und erstellen auf dieser Grundlage eine kleine Ausstellung für die Öffentlichkeit. Damit möchten wir die Erinnerungen als Inspiration und Motivation für die folgenden Generationen und die aktuelle Naturschutzarbeit erhalten.

Darüber hinaus möchten wir den dramatischen Artenrückgang mit Hilfe von Verantwortungsarten, die stellvertretend für ihre spezifischen Lebensräume im Kreis Warendorf und die umliegende Region stehen, dokumentieren, damit auch Bürger*innen sowie Behörden und Engagierte einen Blick dafür bekommen, wo es noch artenreiche Reliktstandorte gibt, die es zu schützen und zu entwickeln gilt, um der Biodiversitätskrise regional etwas entgegenzusetzen. So sollen noch vorhandene Biodiversitätshotspots gefunden und ins Bewusstsein gerückt werden, damit sie nicht verloren gehen oder „verstummen“. Für ausgewählte Lebensräume und die vorkommenden Verantwortungsarten sollen Maßnahmenpläne zur Aufwertung und Wiederherstellung des Lebensraumes und zur Förderung der rückläufigen Arten erarbeitet werden, die Naturschutzbehörden und Engagierten als Leitfaden dienen sollen. Anhand eines beispielhaften Zukunftshofes soll gezeigt werden, wie Naturschutzmaßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt gezielt umgesetzt werden können.

Das Projekt „Zeitzeugen der Artenvielfalt“ möchte der fortschreitenden Biodiversitätskrise durch die Sensibilisierung für den zunehmenden Artenschwund etwas entgegensetzen. Das Projekt wird von 2026 bis 2028 gefördert vom LWL-Naturfonds.

Ansprechpersonen

Mitarbeiterfoto von Claudia-Knauft-Pieper

Claudia Knauft-Pieper
NABU-Naturschutzstation Münsterland
Westfalenstraße 490, 48165 Münster
Tel.: 02501-9719433

Dr. Thomas Hövelmann
NABU-Naturschutzstation Münsterland
Westfalenstraße 490, 48165 Münster
Tel.: 02501-9719433

Berit Philipp

Dr. Berit Philipp
NABU-Naturschutzstation Münsterland
Westfalenstraße 490, 48165 Münster
Tel.: 02501-9719433

Anuschka Tecker

Anuschka Tecker
NABU-Naturschutzstation Münsterland
Westfalenstraße 490, 48165 Münster
Tel.: 02501-9719433

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