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Ringeltaube neu auf Platz 1 – Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel in Münster und Warendorf

09. Juni 2026

Auch 2026 haben zahlreiche Vogelfreund*innen in Münster und im Kreis Warendorf an der bundesweiten „Stunde der Gartenvögel“ teilgenommen. Vom 8. bis 10. Mai wurden eine Stunde lang alle Vögel gezählt, die im Garten beobachtet werden konnten. Bis zum Meldeschluss am 19. Mai gingen zahlreiche Beobachtungen aus Münster und dem Kreis Warendorf ein.

Ringeltaube Spitzenreiter in Münster

Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild: Während einige Arten häufiger beobachtet wurden, setzten sich bei anderen die negativen Trends der vergangenen Jahre fort. So belegt die Ringeltaube in Münster überraschenderweise erstmals den Spitzenplatz der häufigsten Gartenvögel. Mit durchschnittlich 2,7 Individuen pro Garten wurde sie 26 % häufiger gemeldet als im Vorjahr. Im Kreis Warendorf erreichte die Art ebenfalls hohe Werte und legte um 22 % zu. Die Ringeltaube gehört damit entgegen allen Erwartungen zu den großen Gewinnern der diesjährigen Zählung. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Ringeltaube eine sehr anpassungsfähige Art ist und somit möglicherweise den großen Veränderungen der Umwelt bisher standhalten konnte.

Weiterhin Rückgang bei den Spatzen

Sorgen bereitet dagegen weiterhin der Haussperling. Obwohl die Art im Kreis Warendorf sowie bundesweit mit durchschnittlich 4 Individuen pro Garten den Platz 1 belegt, gingen die Meldungen im Vergleich zu 2025 um 6 % und bundesweit um 9 % zurück. In Münster fiel der Rückgang sogar deutlich stärker aus: während bundesweit 4 Individuen pro Garten gezählt wurden, waren es in Münster nur halb so viele mit durchschnittlich 2 Individuen (-24 % im Vergleich zum Vorjahr). Damit setzt sich der Trend fort, dass die Art im Bestand seit 2023 stark abnimmt. Ebenso setzte der Feldsperling seinen Negativtrend fort und wurde sowohl in Münster (-23 %) als auch im Kreis Warendorf (-36 %) deutlich seltener beobachtet. Damit spiegeln die regionalen Ergebnisse die bundesweite Entwicklung wider, bei der die Spatzen stetig an Individuen abnehmen.

Brauner Haussperling sitzt auf einem flechtenbewachsenen Ast vor unscharf grünem Hintergrund.

Der Haussperling ist einer der bekanntesten Gartenvögel (Foto: Mathias Schäf)

Dohlen bei uns häufiger als bundesweit

Die Dohle wurde bei uns deutlich häufiger beobachtet als bundesweit. Während sie bundesweit lediglich Rang 19 belegt, erreichte sie im Kreis Warendorf Platz 2 mit knapp 3 Individuen pro Garten und insgesamt 320 Vögeln. In Münster nahm sie Platz 7 der Rangliste ein, mit einer Gesamtanzahl von 220 Individuen.

Arten mit stabilem Bestand

Einen leichten Zuwachs gab es beim Rotkehlchen: Im Kreis Warendorf nahm die Zahl der Beobachtungen um 23 % zu und auch in Münster konnte die beliebte Art ihre Bestände stabil (+2 %) halten. Ein Blick auf die Statistik der Meisen zeigt einen stabilen Trend – auch dieses Jahr blieb der Bestand im Durchschnitt.

Starke Abnahme bei Mehlschwalbe und Mauersegler

Anders sehen die Ergebnisse der typischen Sommerboten aus, die dieses Jahr besonders alarmierend sind. Die Mehlschwalbe wurde in Münster fast halb so häufig gemeldet wie im Vorjahr (- 48 %), im Kreis Warendorf fiel der Rückgang mit -47 % nahezu identisch aus. Auch der Mauersegler verzeichnete deutliche Verluste. In Münster gingen die Meldungen mit insgesamt 159 Individuen um 63 % zurück, im Kreis Warendorf mit 45 Beobachtungen um rund 45 %. Beide Arten stehen damit regional sogar noch stärker unter Druck als im bundesweiten Durchschnitt. Gründe hierfür könnten ein Rückgang des Insektenangebots, der Verlust geeigneter Nistplätze an Gebäuden sowie witterungsbedingte Einflüsse während der Rückkehr aus den Winterquartieren sein.

Naturnahe Gärten helfen der Vogelwelt

Insgesamt zeigen die Ergebnisse der diesjährigen Vogelzählung erneut, wie unterschiedlich einzelne Arten auf Veränderungen in unserer Landschaft und in den Siedlungsräumen reagieren. Naturnahe Gärten mit heimischen Bäumen, Sträuchern und Hecken oder Brutkästen sind für unsere Vogelwelt von großer Bedeutung. Alle können dazu beitragen, die Umwelt für unsere kleinen Freunde ein bisschen gemütlicher zu machen.

Unser herzlicher Dank gilt allen Teilnehmenden, die auch in diesem Jahr wieder mitgezählt haben. Dank Ihres Engagements lassen sich Veränderungen in der Vogelwelt vor unserer Haustür sichtbar machen. Wir freuen uns schon auf die Ergebnisse der nächsten Stunde der Gartenvögel.

Text: Sophie Linnenbaum

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