Mit dem Auftakt im NSG „Heideweiher Fockenbrocksheide“ bei Telgte startete am 24. Februar eine große Wacholder-Pflanzaktion zur Stärkung der hiesigen Bestände des gefährdeten Nadelgehölzes. Die Artenschutzmaßnahme wird in Kooperation mit dem Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen von der Unteren Naturschutzbehörde im Kreis Warendorf und der NABU-Naturschutzstation Münsterland organisiert. Gemeinsam mit Dr. Marius Zimmermann, Leiter des Sachgebiets Forstgenetik und -vermehrungsgut im Zentrum für Wald und Holzwirtschaft bei Wald und Holz NRW, Vertreter*innen des Kreises Warendorf, der Stadt Telgte sowie der NABU-Naturschutzstation Münsterland wurden die ersten Wacholder eingepflanzt. Im Rahmen dieser Aktion werden im Laufe der nächsten Wochen etwa 120 weitere junge Wacholder in Naturschutzgebieten im Kreis Warendorf gepflanzt.
Der ehemals weit verbreitete Wacholder ist ein heimisches, für offene Heide- und Dünenlandschaften charakteristisches Nadelgehölz. Aufgrund des Verlusts geeigneter Standorte leidet der Wacholderbestand bereits seit Jahrzehnten unter einem landesweiten Rückgang und wird mittlerweile in der Roten Liste NRW als „gefährdet“ eingestuft. Im Kreis Warendorf beschränken sich die Wacholderbestände, ähnlich wie in ganz NRW, hauptsächlich auf die übrigen Heidelandschaften wie beispielsweise die Wacholderheide in den Klatenbergen.
Zum Schutz und zur Erhaltung des Wacholders im Münsterland werden daher verschiedene Schutzmaßnahmen umgesetzt. Neben der Offenhaltung der Landschaft und dem Zurückdrängen konkurrenzstarker Gehölze, unter anderem durch Beweidung, zählt dazu auch die Ansiedlung des Wacholders an geeigneten Standorten. Zur Erhaltung des lokalen Genpools werden die jungen Pflanzen, die aus Stecklingen von gebietseigenen Wacholdern gewonnen und in Arnsberg im Zentrum für Wald und Holzwirtschaft kultiviert wurden, nun in den verschiedenen Naturschutzgebieten eingepflanzt. Eine ähnliche Aktion wurde bereits im Februar 2022 durchgeführt. Trotz sorgfältiger Maßnahmen wie unter anderem dem Anbringen eines Verbissschutzes sind bei solchen Pflanzprojekten Ausfälle in der Regel nicht zu vermeiden. Daher folgt nun eine Ergänzung und weitere Stärkung der Bestände im NSG „Heideweiher Fockenbrocksheide“ sowie in weiteren Heideflächen, darunter auch das NSG „Klatenberge“. Das Ziel ist es, stabile Wacholderpopulationen zu entwickeln und somit das Vorkommen im Münsterland zu sichern.





