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Kiebitzschutz hat begonnen – wie sie mithelfen können

19. Mai 2026

Die diesjährige Kiebitz-Kartierung der NABU-Naturschutzstation Münsterland ist seit Mitte März in vollem Gange. Die Zählung von gefährdeten Bodenbrütern im Bereich um Münster und im Kreis Warendorf soll das aktuelle Brutvorkommen erfassen und als Grundlage für die Planung gezielter Schutzmaßnahmen dienen. Hierbei kann jede Sichtung von balzenden, Nistmaterial tragenden oder brütenden Brutpaaren helfen. Mit Hilfe der Smartphone-App „NestFinder“ oder über die WhatsApp-Meldenummer 0163-2119663 können Beobachtungen unkompliziert erfasst und an die NABU-Station weitergegeben werden. Wichtige Angaben bei der Meldung sind die Anzahl der Brutpaare, das Datum, der genaue Standort und die Feldfrucht (z.B. Schwarzacker, Mais).

Noch vor wenigen Jahrzehnten war der Kiebitz ein in offenen Wiesen- und Agrarlandschaften weit verbreiteter Vogel. Vielerorts hohe Bestände waren keine Seltenheit und prägten dadurch lange Zeit das Landschaftsbild. Auch sein eindrückliches Balzverhalten mit riskanten Flugmanövern sowie markanten Rufen ließen den Kiebitz auffallen. Besonders in extensiv genutzten Feuchtwiesen oder Weiden mit offenem Boden fand der Kiebitz ideale Bedingungen zur Aufzucht seiner Jungen.

Die Hauptursachen für den starken Rückgang der Bestände sind Verlust geeigneter Brutplätze und Lebensräume durch intensive landwirtschaftliche Nutzung und Entwässerung von Ackerflächen und Feuchtgebieten. Denn Wasser ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für guten Bruterfolg. Doch ebenso trägt die anhaltende Flächenversiegelung für den Bau neuer Siedlungs- und Gewerbeflächen sowie Infrastrukturen (Straßen, Energieversorgung) zum Bestandsrückgang des Kiebitzes und anderer Tierarten der Agrarlandschaft bei. Als Bodenbrüter braucht der Kiebitz vor allem große offengehaltene Flächen, die ihm eine weite und ungehinderte Sicht als Schutz vor Prädatoren bieten. Die Vogelart gilt mittlerweile als stark gefährdet, weshalb die Notwendigkeit zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen (Feldvogelinseln, Vertragsnaturschutz, Ökoregelungsbrache, einfacher Gelegeschutz) von großer Bedeutung ist. Der Kiebitzschutz läuft in gemeinsamer Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftenden vor Ort, den Unteren Naturschutzbehörden, der Biodiversitätsberatung der Landwirtschaftskammer, dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband sowie engagierten Gruppen der Kreisjägerschaft.

Hier finden Sie weitere Infos zum Kibitzschutz

NABU-Infoflyer mit WhatsApp-Meldenummer 0163 2119663 für gefährdete Bodenbrüter in Münster und im Kreis Warendorf; abgebildet sind Feldlandschaft, Greifvögel und ein Kiebitz.

NABU-Infoflyer mit WhatsApp-Meldenummer 0163-2119663 für gefährdete Bodenbrüter in Münster und im Kreis Warendorf

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